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Ernährung ist ein sehr persönliches Thema und viele Menschen möchten in dieser Angelegenheit weder kritisiert, belehrt oder bevormundet werden.

Aber ich möchte dennoch dazu animieren in die Eigenverantwortung bei der Wahl der täglichen Lebensmittel zu gehen. Wir haben die Wahl, uns über unsere Lebensmittel Wissen anzueignen und entsprechend zu handeln. Uns auch darüber  bewusst werden, dass unser Einkaufsverhalten Einfluss auf die Gesamtsituation der Ernährungspolitik hat.

Der Weg möglichst billig und Massenproduktion, Quantität vor Qualität, dieser Weg führt in eine kranke Richtung. Anstatt uns mit Industriefutter und Fleischmast zufrieden zu geben, können wir auf frische Vollwertkost mit reichlich pflanzlichen Lebensmittel setzen. Natürlich, regionaler Herkunft und saisonal orientiert.  Die Zubereitung abwechslungsreich, kreativ und  vitalstofferhaltend, um den Eigengeschmack nicht zu überdecken. Frische Kräuter und Gewürze verwenden, diese auch auf den Tisch stellen und jeder bedient sich so nach seinen Geschmack. So kann auch der  „individuelle“ Typus berücksichtigt werden.

Hat man sich nun die Mühe gemacht, mit frischen Zutaten und Freude ein schmackhaftes und gesundes Essen zu zaubern, bleibt nur noch achtsames Genießen. Eine achtsam genossene Mahlzeit hält länger satt. Körper, Geist und Seele genährt. Und es macht gute Laune. Auf diese wertvolle Kombination werden wir in Zukunft kaum wieder verzichten wollen. Wichtig ist dabei, unseren Organismus die Zeit zu geben die er braucht, um die nötigen Verdauungssäfte zu produzieren. Wir sollten hier von unserer feinmotorischen Fähigkeit, dem Kauen Gebrauch machen. Schlingkultur ist fehl am Platz. Zum einen beugt gutes Kauen nicht nur Verdauungsproblemen vor, die Nahrung schmeckt intensiver und wir werden auch schneller satt. Denn Hungergefühl entsteht im Gehirn, und wenn wir lange genug kauen, bekommt unser Körper die Chance zu signalisieren, wann er genug hat. Somit ein idealer Schutz vor Übergewicht.

Apopros kauen: als Franz Kafka sich entschloss nach den Regeln Horace Fletchers (1849 – 1919) zu essen, also die Nahrung vielmals zu kauen, war das für seinen Vater zu viel.  Dieser intensive Kauvorgang bewog den Vater, monatelang seinen Sohn beim Mittagessen nicht anzuschauen. Vielleicht wurde der werte Herr Vater dadurch an unsere Freunde auf der Weide erinnert?

Nun, hier wird in 40-50 Sekunden mit 40-60 mahlenden Kieferbewegungen gekaut und eingespeichelt. Es wird ja zunächst nur grob gekaut, geschluckt und weiter in den Vormagen, den sogenannten Pansen. Hier aufgeschlossen, durchmischt und schon ist ein Teil wieder auf dem Rückweg in die Mundhöhle. Da die Nahrung im Wesentlichen aus Gräsern besteht, mit vielen unverdaulichen Substanzen, ist nachzuvollziehen, dass hier nachgearbeitet werden muss.

Beim Menschen haben wir den Richtwert jeden Bissen etwa 30 Mal durchzukauen, bevor er geschluckt wird. Die positiven Auswirkungen des Kauens wurden bereits erwähnt.

Fleischkonsum

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag der durchschnittliche Verzehr von Fleisch pro Kopf und Jahr in Deutschland bei rund 14 Kilogramm. Heute sind es im Schnitt rund 60 Kilogramm tatsächlich konsumierter Fleischmenge im Jahr !!!  Der Spitzenreiter ist Hongkong mit 153 kg. Australien kommt auf 116 kg. Schlusslichter gemäss UN-Report sind die Inder mit 3,59 kg pro Person, Sri Lanka mit 6,48 Kg.

Solch gigantischer Verzehr bringt nicht nur enorme gesundheitliche Einschnitte, es geht um Entwaldung, Überweidung, Ausstoß von Treibhausgas, d.h es betrifft auch Klima und Umwelt. Alternative Eiweißquellen, eine Reduzierung des Fleischkonsums könnten deutlich zu einer Verbesserung beitragen.

Ich frage mich, was eigentlich all die schlimmen Bilder von Massentierhaltung, Tiertransporten, Schlachthöfen bewirken? Was macht all das Leid dieser Geschöpfe mit uns??? Offensichtlich wenig. Dieses immense Tierleiden, diese Grausamkeit wird einfach ausgeblendet. Wir gucken einfach weg, weshalb? Ist uns bewusst, dass Tiere vor dieser Art von Schlachtung Angst haben? Wir alle kennen doch Gefühl von Angst. Weshalb muten wir diese Gefühle einem wehrlosen Wesen zu?

Jedoch gibt es auch Menschen die hinsehen!  Für immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher ist das Wohl und der Schutz von Nutztieren ein großes Thema. Tiergerechte Haltung, angemessener Umgang und weniger Stress für die Tiere gewinnen an Bedeutung. Dafür ein persönliches Danke schön!

Information dazu auch unter https://www.oekolandbau.de/

Eine von mehreren Organisationen im Bereich Tier- und Umweltschutz ist auch PROVIEH ( www.provieh.de ), für diesen Fachverband sind Tiere Lebewesen und keine Produktionseinheiten. Seit über 40 Jahren wird sich u.a für artgemäße Tierhaltung eingesetzt. Es gibt dazu auch einen informativen Flyer für den Endverbraucher, eine sogenannte Einkaufshilfe – Durchblick bei Öko-Siegeln. Neben Haltungsbedingungen werden auch Eingriffe und Artgerechtigkeit der einzelnen Betriebe aufgezeigt. Falls man sich für ein Ehrenamt interessiert, kann man gerne tätig werden.

Informationen zum Thema Fleischkonsum auch über den jährlich erscheinenden Fleischatlas der Heinrich-Böll Stiftung:  https://www.boell.de/de/fleischatlas

Als ich vor 35 Jahren meinen Ernährungsstil aus gesundheitlichen Gründen veränderte, mich dem Vollwert- Vegetarismus zuwandte, geschah dies zwar aus gesundheitlichen Gründen, jedoch ohne Zwang. Erst wollte ich es „nur“ ausprobieren (meine arme Mama! Sie hat mir dann eben die leckersten vegetarischen Dinge gezaubert). Danke Mama!!

Innerhalb eines Jahres war ich Semi – Vegetarier, d.h ab und dann landete ein Stück Fisch auf meinem Teller. Eigentlich beschränkte sich in den nachfolgenden Jahren mein Fischverzehr fast nur noch auf den Urlaub. Mittlerweile ist meine Ernährung eher vegan(er) geworden mit Mix von vegetarisch. Aus einem ganz einfachen Grund – es schmeckt mir, ich vermisse nichts und ich bin ziemlich fit. Nachdem ich gerne in den Bergen bin, ist dies ja von Vorteil.

Einige namhafte Vertreter des Vegetarismus und deren Zitate:

Der erste prominente Vegetarier war der griechische Philosoph Pythagoras (griechischer Mathematiker und Philosoph, ca. 582-496 v.Chr.):
„Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Mensch wieder zurück.“

Frank Kafka (1883-1924)  Der österreichisch-tschechische Schriftsteller wurde aus gesundheitlichen Gründen Vegetarier. Er wurde von Kopfschmerzen und Nervosität geplagt. Seine vegetarische Diät führte zu einer Verbesserung seines Zustandes. „Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euch nicht mehr“ (beim Betrachten von Fischen in einem Aquarium).

Peter Rosegger (1843-1918, österr. Schriftsteller): „Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du, das Tier hat Freude und Schmerz wie du, das Tier hat einen Hang zum Streben wie du, das Tier hat ein Recht zu leben wie du.“

Mahatma Gandhi (1869-1948, indischer Unabhängigkeitskämpfer, Politiker und Vertreter des gewaltlosen Widerstandes): „Die Erde hat genug für die Bedürfnisse eines jeden Menschen, aber nicht für seine Gier.“

Dalai Lama ( * 1935, Oberhaupt des tibetischen Buddhismus):
„Ich sehe keinen Grund, warum man Tiere schlachten und ihr Fleisch essen soll, da man doch so viel anderes essen kann. Der Mensch braucht kein Fleisch.“

Bryan Adams (* 1959, kanadischer Rock-Sänger):
„Ich bin seit 12 Jahren Vegetarier. Und ich war noch nie ernsthaft krank. Vegetarische Ernährung stärkt das Immunsystem. Ich glaube, dass Fleisch essen krank macht.

Fischverzehr

Die Nachfrage nach Fisch ist groß. Hochsee-Trawler tun ihr Werk und fangen riesige Mengen. Diese massive Überfischung, in Kombination mit Umweltverschmutzung und Klimawandel, bringen die Meeresökosysteme aus dem Gleichgewicht.

Übrigens- das sind unsere Hinterlassenschaften im Meer

Die Überfischung und deren massive Schadstoffbelastung ist ein riesiges Thema. Anhand eines Mahnmals und einer Dokumentation richtet Kapstadt die Aufmerksamkeit auf dieses Thema (Foto von 2019).

Um der Überfischung der Meer Einhalt zu gebieten wird in Aquafarming/kulturen investiert.  Aquakulturen als Alternative in der Fischzucht, sprich Massentierhaltung im Wasser. Diese intensive Haltung, dicht an dicht gedrängt, dadurch enorm gestresst, bewirkt ein schwaches Immunsystem. Die Folge ist ein schlechter  Gesundheitszustand der Fische.

Tierrechtsorganisationen wie die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt beschäftigen sich mit der Thematik und fordern Verbesserungen der Haltungsbedingungen.

Auch der beliebteste Speisefisch in Deutschland, der Lachs, kommt aus Lachsfarmen, auch hier findet Massentierhaltung statt. In den Unterwasserkäfigen werden bis zu 100.000 Lachse gemästet. Das gleiche Spiel, auch hier treten gesundheitliche Schäden auf, abgesehen davon dass sie sich gegenseitig beißen.

Das beste Dasein für die Lachse finden wir in Bio-Aquakulturen, hier ist doppelt so viel Platz vorhanden.

Wie wäre es, wenn wir auf Anbieter in der Nähe zurückgreifen würden? Auf heimische Fischzucht?

Beispiel: es gibt einige biozertifizierte Fischereibetriebe in Bayern. Sie haben den Standard von tiergerechten Haltungsbedingungen und arbeiten ohne Einsatz von Antibiotika und Chemikalien. Ob Saiblings- und Forellenarten oder Karpfen, damit haben wir qualitativ hochwertigen Fisch. Nebenbei sind diese Örtlichkeiten oft in idyllische Umgebung mit wunderschönen Wanderwegen.

Hat man keine Möglichkeit auf einen „direkten“ Zugang, sollte auf zertifizierten Fisch mit Naturland-Siegel oder Bioland-Siegel zurückgegriffen werden.

Hilfreiche Informationen unter www.planet-wissen.de Aquakultur.

Zusammengefasst gehört gutes, gesundes und genussvolles Essen zu den schönsten Dingen des Lebens und ist wichtig für unsere Lebensqualität. Das mag für den ein oder anderen eine Umstellung unserer bisherigen Ernährungsweise bedeuten, aber diese Bewusstheit, diese vielleicht anfängliche Mühe wird sich in einem verbesserten Gesundheitszustand und mehr Lebensenergie zeigen, diverse Wehwehchen verschwinden. Mehr Stärke, Vitalität, mehr Heiterkeit und Zufriedenheit sind willkommene „Nebenwirkungen“. Letztlich zeigen wir auch Achtung und Gefühl gegenüber Lebewesen und Lebensraum.

Es gibt nur die empfindende Welt und die hat Augen überall.                                                                    (Rane Willerslev dänische Anthropologe)

Reguliert die Verwertbarkeit von Nährstoffen und hilft,

die Dinge anzunehmen