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Einige SUPERFOODS – Lebensmittel von besonders gesundheitlichem Nutzen

Bei all meinen Artikeln geht es um Informationsweitergabe, eigene Erfahrungen mit integriert.

BRENNESSEL- göttliche Pflanze und echter Kosmopolit

Bei den Germanen hieß die Brennnessel auch Donnernessel, benannt nach dem Gewittergott Donar, auch Thor genannt. Wie dessen Blitzstrahl, verbrennt sie bei Berührung die Haut.

In der Astrologie wurde die Brennnessel mit ihren vielen Eigenschaften als eine Verkörperung des Planeten Mars angesehen, dem Krieger unter den Göttern. Es wird ihm u.a Aggression, die Farbe Rot und das Metall Eisen zugeordnet. Berührt man eine Brennnessel, verletzen ihre Brennhaare die Haut. Es entsteht ein brennendes Gefühl und die Haut färbt sich rot. In der Erfahrungsmedizin zeigt sich, dass die Brennnessel den Körper mit Eisen versorgt, zumindest deren Aufnahme aus der Nahrung verbessert.
Marsische Energie bedeutet aber auch Sexualität, Potenz und feurige Liebe. Aus diesem Grund wurde die Brennnessel in früheren Zeiten auch bei Potenzstörungen des Mannes eingesetzt. Auch in der Brautwerbung war die Pflanze im Einsatz. Bekam in vergangenen Jahrhunderten ein junges Mädchen einen Strauß mit einer Brennnessel darin, so sollte diese Geheimsprache sagen: “Ich fühle brennende Liebe in meinem Herzen.”

Produkte daraus werden entweder frisch geerntet, oder sind in Form von Tee, Pulvern, Kapseln, Tonikum und Wurzeltinktur (z.B für Haarpflege) erhältlich.
Wirkung
Die Brennnessel zeigt sich vielfältig. Entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, immunsystemstimulierend, schmerzlindernd. Als Heilpflanzensaft aktiviert sie nicht nur den Stoffwechsel, auch das Hautbild verbessert sich.
Es gilt auch hier „Maß“ zu halten, und bei geplanter „Selbsttherapie“ sollte sich zu Dosierung und Anwendung gründlich informiert werden.
Inhaltsstoffe
Dieses wirkungsvolle Kraut enthält u.a. die Mineralien Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen und Silicium sowie die Vitamine A und C. Die Samen enthalten Linolsäure, eine essenzielle mehrfach ungesättigte Fettsäure (Omega-6-Fettsäure) und Vitamin E. Brennnesseln sind zudem auch eiweißreich. 100 g frische Brennnesselblätter enthalten ähnlich viel Eiweiß wie die gleiche Menge frische Hülsenfrüchte.

Brennnessel in der Küche

Die jungen Blätter sollten im Frühjahr, die oberen Blatttriebe im Sommer geerntet werden. Möchte man sich um das frische junge Kraut selbst bemühen, ist Vorsicht angebracht. Das in den Brennhaaren wirkende Nesselgift erzeugt in Verbindung mit Histamin stark hautreizende Quaddeln. Auch ist darauf zu achten, wo die Blätter gesammelt werden, es sollte ja möglichst unbelastetes Blattgemüse sein. Eine gute Alternative sind die getrockneten gerebelten Blätter aus Bio-Anbau.

Die Blätter eignen sich gut für Salate und Suppen, wie z.B für die von mir erwähnte Misosuppe. Diese mit Brennnessel verfeinert, schmeckt ausgezeichnet. Aber auch für Saucen, Dips, Smoothies oder zu Risotto, Pastagerichten, diversen Käsesorten, Aufstrichen sind sie gut einsetzbar – einfach damit experimentieren.

Ich wurde von meiner Mama mit Spinat aus jungen Brennnesselblättern verwöhnt. Das war wahnsinnig lecker und ein Festessen.

Brennnesselsamen als Kraft- und Stärkungsmittel

Die Samen, im Geschmack leicht nussig, können gegebenenfalls auch geröstet verwendet werden.

Diese kleinen Energiespender sind aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes auch für Veganer interessant.
Streut man täglich einen Teelöffel Brennnesselsamen über Müsli etc., werden Irritationen mit Haaren und/oder Nägeln positiv beeinflusst. Der hohe Gehalt an Kieselsäure ist hier ausschlaggebend. Und, sie sollen sogar liebesfördernd wirken!! Aus diesem Grund war es im Mittelalter Mönchen und Nonnen verboten, diese zu essen.
Und ich habe noch einen interessanten Geheimtipp nach dem Arzt und Botaniker Otto Brunfels:

„Wenn sie wollen eheliches Werck treiben, essen sie den samen mit zwiebeln und eys dotteren und Pfeffer“.  (Vielleicht schmeckt es ja )

RADIESCHEN – eine Heilpflanze?

Das Radieschen, sonnengreift und möglichst frisch genossen ist nicht nur eine wertvolle Beigabe in unserer Nahrung, auch die Gesundheit profitiert davon. Sie fungiert als Radikalfänger und unterstützt unser Immunsystem.
Mit ihr kommen Biss und eine leichte Schärfe auf den Teller. Zudem enthalten Radieschen viele gesunde Inhaltsstoffe, wie Kalium, Calcium, Eisen, Vitamin A, B1, B2 und C. Das gilt sowohl für rote als auch für violette, weiße und gelbe Knollen. Sie helfen so, Infektionen vorzubeugen und Entzündungen zu hemmen.

Der typisch scharfe Geschmack entsteht durch die enthaltenen Senföle. Sie wirken antibakteriell, aktivieren die Fettverbrennung, wirken sich positiv auf die Verdauung aus, sind harntreibend und kalorienarm.
Radieschenblätter: die dunkelgrünen, frischen Blätter mit den gleichen Inhaltsstoffen wie die Wurzel, kann man gut essen. Verwendet wie frische Kräuter zu Suppen, Soßen und Smoothies. Die kleinen zarten Blätter eignen sich besonders für Salate, die größeren sind etwas zu „haarig“.
Radieschensprossen: die Sprossen sind mild, gut magenverträglich und werden wie die Blätter verwendet. Lecker sind sie auch auf Frischkäse und Brot. Sowohl roh als auch erwärmt schmecken sie ganz wunderbar, wobei sie erwärmt etwas von ihrem scharfen Geschmack verlieren.

HANF

einer der ältesten und wertvollsten Kulturpflanzen der Menschheit. Angebaut in europäischen und asiatischen Ländern war er ein wichtiger Lieferant für Fasern, Nahrungsmittel und Medizin, er war wichtigste Rohstoffquelle für die Herstellung von Seilen, Segeltuch, Bekleidungstextilien, Papier und Ölprodukten.
Hanf wurde fast bedeutungslos, als die Baumwolle ihren Siegeszug um die Welt antrat. Als Mitte des 19. Jahrh. die Herstellung von Zellstoff aus Holz erfunden wurde, verlor Hanf noch mehr an Bedeutung. Auch die Importfasern Jute, Sisal, und Abaca (Manilahanf genannt, eine Pflanzenart aus der Gattung Bananen) zur Herstellung von Fasern genutzt, wirkten sich ungünstig aus. Im 20. Jahrh. eroberten dann schließlich die synthetischen Fasern den Markt.
Übrigens- im Jahr 1455 druckte Gutenberg seine erste Bibel auf Hanf. Auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde 1776 auf Hanfpapier geschrieben und der Bayer Levi Strauss, bekanntlich ausgewandert nach Amerika, produzierte 1870 die erste Jeans aus Hanf.

Hanfsamen-Produkte
Hanföl
Für dieses wertvolle Öl werden die Samen geerntet und ausgepresst. Es ist eines der gesündesten Öle überhaupt und nein, bei Genuss entstehen keine lustigen Zustände. Im Öl aus Samen sind keine psychoaktiven Wirkstoffe enthalten.
Was macht dieses Öl so wertvoll:

Das optimale Verhältnis an Linolen- (Omega-6-Fettsäure) und Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) lässt dieses Öl so kostbar für unsere Ernährung sein. Beide Fettsäuren sind lebensnotwendig und müssen dem Körper von außen zugeführt werden, da sie nicht selbst hergestellt werden. Auch mit der seltenen Gamma-Linolen-Säure kann Hanföl punkten. Außerdem finden sich Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Kalium, Eisen, Zink, Phosphor, Mangan, Kupfer sowie Natrium. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Beta-Carotin ebenso wie die Vitamine B1 und B2 (Riboflavin), u.a wichtig für Muskelaufbau und für eine glatte Haut. Das wertvolle Vitamin E ( Schönheitsvitamin! Verlangsamt Alterungsprozesse) finden wir darin ebenso.

Hanfsamenöl wird bei vielerlei Beschwerden eingesetzt. Nicht nur für die Produktion zahlreicher Hormone und Zellerneuerung braucht es diese Fettsäuren, sie spielen auch eine bedeutende Rolle für ein stabiles Immunsystem. Durch die entzündungshemmende Wirkung der Gamma-Linolen-Säure wird Hanföl sowohl bei chronischen Erkrankungen wie auch bei akuten Entzündungsprozessen eingesetzt. Ebenso wird ihm nachgesagt, sich positiv auf Hungergefühl und Gewichtszunahme auszuwirken. Äußerlich angewandt wirkt es beruhigend auf die Haut.
Präventiv verwendet beispielsweise für Salat oder auch unter Quark gemischt. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Dabei ist zu beachten das Öl nicht zu erhitzen, es wird grundsätzlich nur kalt verwendet. Und auch hier beim Kauf auf eine gute, kaltgepresste Bio-Qualität achten.
Hanfsamen

Ein Grundnahrungsmittel schon bei den Urvölkern der Ägypter, Chinesen, Inder und der Amerikaner. Als Stärkung für Zwischendurch pur gegessen, oder zu Mehl gemahlen für Brote und Breis.
Hanfsamen beinhalten neben den bereits erwähnten Inhaltsstoffen wie u.a die so wichtigen Fettsäuren, auch wertvolle Proteine. Diese wiederum bestehen aus Aminosäuren, die unser Körper benötigt um daraus körpereigene Proteine zu bilden. Dieses Füllhorn an Proteinen und Fettsäuren lässt diese Samen zu einer hervorragenden Ergänzung in der täglichen Nahrungsaufnahme werden und sind als wichtige Proteinquelle für jeden, auch für Vegetarier und Veganer geeignet.

Ob Hanfaufstriche, Pesto, Nudeln, Hanfmehle, Hanfprotein, Tees oder süßes Allerlei- ausprobieren lohnt sich. Ich genieße dieses nussig schmeckende einheimische Superfood in meiner morgendlichen Quarkspeise mit Leinöl.
Apopro morgendlicher Genuss: von meiner lieben Freundin Angela kam ein wertvoller Tipp mit gerösteten Buchweizen. Diesen vermahlt sie und gibt davon einen Esslöffel in ihr Gute Laune Frühstück . Es schmeckt nicht nur lecker, es macht auch super satt! Ausprobieren!

Auch für die Freizeit eignet sich Hanf ganz wunderbar.

LEIN – ebenso ein Super Food
ist eine einheimische Kulturpflanze, aus der Leinfasern herstellt werden. Diese Fasern finden sich Tüchern, Leinwänden, Kleidern etc. wieder.

Bekannt ist auch die heilende Wirkung des Leins. Die Samen daraus, nennen sich Leinsamen oder Leinsaat. Sie werden für die Herstellung von Öl benötigt. Der Pflanzenschleim wurde bereits von antiken Ärzten für medizinische Zwecke genutzt, auch Hildegard von Bingen empfahl den Einsatz von Leinsamen als Umschlag. In der Volksmedizin wird der schleimhaltige Leinsamen als leichtes Abführmittel oder u.a zur Behandlung bei Magen- Darmbeschwerden eingesetzt.

Leinsamen Inhaltsstoffe

Ein Drittel sind Ballaststoffe, ein weiteres Drittel Proteine und das letzte Drittel sind Omega-3-Fettsäuren. Durch die Ballaststoffe sind die Samen verdauungsfördernd, bereits zwei Esslöffel enthalten ca. 15 g. Die Quell- und Schleimstoffe binden nicht nur Giftstoffe im Darm, auch der Sättigungseffekt ist nicht zu unterschätzen. Der Blutzuckerspiegel bleibt nach dem Verzehr konstant, dem Heißhunger wird Einhalt geboten. Interessant, wenn man sein Gewicht im Auge behalten möchte. Trotz seinem hohen Fettanteil wird deutlich, dass Leinsamen auch bei einer Diät nützlich sein kann.
Die Proteine daraus, fungieren ebenfalls als Sattmacher. Zusätzlich versorgen sie den Körper mit essentielle Aminosäuren, diese werden für den Aufbau körpereigener Proteine benötigt.
Als Entzündungshemmer braucht es Omega 3-Fettsäuren. Diese haben eine positive Wirkung auf Herz und Kreislauf, auf die Hirnfunktion und sie unterstützen die köpereigenen Abwehrzellen. Leinsamen enthalten außerdem Lignane, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien und natürliche Phytoöstrogene wirken, also den Hormonhaushalt positiv beeinflussen.
Auch mit Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6 und Vitamin E kann Leinsamen punkten. Ebenso kommen die Vitamine Folsäure und Pantothensäure in den kleinen Samen vor.
Geschrotete (gemahlene) Leinsamen
In dieser Form sind die Nährstoffe für den Körper schneller verfügbar. Da geschroteter Leinsamen sehr schnell ranzig wird und dabei gesundheitsschädliche Fettsäuren bildet, sollte man eine kleine Packung nehmen und diese wirklich kühl und luftdicht verschließen. Auf Bioqualität zu achten, versteht sich dabei von selbst. Oder eben selbst schroten.
Ganze Leinsamen
zur Anregung der Darmtätigkeit eignen sich die ganzen Samen. Da Leinsamen viel Flüssigkeit zieht, ist auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten.
Leinsamen enthalten in geringer Menge Blausäure. Daher empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung eine tägliche Aufnahme von maximal 45 g pro Tag. Ein Esslöffel Leinsamen macht rund 10 Gramm aus. Wer bezüglich der Blausäure auf Nummer Sicher gehen will, sollte die Leinsamen mit heißem Wasser übergießen und ca. 15 Minuten quellen lassen. So werden die Giftstoffe gelöst. Mir schmecken sie in dieser Form auch im Frühstücksbrei.

Leinöl

Dieses wertvolle Öl enthält sehr viele Omega-3-Fettsäuren, für den menschlichen Organismus damit von großer Bedeutung. Nachdem fette Fische nicht unbedingt jedem schmecken, auch nicht täglich verzehrt werden, kann durch die Einnahme von rund 10 g Leinöl, etwa ein bis zwei Esslöffel der tägliche Bedarf an Omega-3-Fettsäuren gedeckt werden. Auch bei träger Verdauung tut Leinöl seine Wirkung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der heimische Leinsamen ist übrigens mit seinen Inhaltsstoffen den momentanen Superstar Chia-Samen sehr ähnlich.

Ursprünglich stammt Chia aus Mexiko und Guatemala. In der Sprache der Maya bedeutet Chia „Stärke“, und diente ihnen als Grundnahrungsmittel. Überzeugt davon, dass die Samen Ausdauer verleihen und die körperliche sowie geistige Leistungsfähigkeit gefördert wird.

Weshalb bevorzuge ich jedoch Leinsamen?

Attraktiv finde ich den ökologischen Vorteil. Leinsamen ist heimisch. Chia Samen muss erst um die halbe Welt reisen, ist teurer und es besteht kaum ein Unterschied die Inhaltsstoffe betreffend.

Ernährung ist ein sehr persönliches Thema und viele Menschen möchten in dieser Angelegenheit weder kritisiert, belehrt oder bevormundet werden.

Aber ich möchte dennoch dazu animieren in die Eigenverantwortung bei der Wahl der täglichen Lebensmittel zu gehen. Wir haben die Wahl, uns über unsere Lebensmittel Wissen anzueignen und entsprechend zu handeln. Uns auch darüber  bewusst werden, dass unser Einkaufsverhalten Einfluss auf die Gesamtsituation der Ernährungspolitik hat.

Der Weg möglichst billig und Massenproduktion, Quantität vor Qualität, dieser Weg führt in eine kranke Richtung. Anstatt uns mit Industriefutter und Fleischmast zufrieden zu geben, können wir auf frische Vollwertkost mit reichlich pflanzlichen Lebensmittel setzen. Natürlich, regionaler Herkunft und saisonal orientiert.  Die Zubereitung abwechslungsreich, kreativ und  vitalstofferhaltend, um den Eigengeschmack nicht zu überdecken. Frische Kräuter und Gewürze verwenden, diese auch auf den Tisch stellen und jeder bedient sich so nach seinen Geschmack. So kann auch der  „individuelle“ Typus berücksichtigt werden.

Hat man sich nun die Mühe gemacht, mit frischen Zutaten und Freude ein schmackhaftes und gesundes Essen zu zaubern, bleibt nur noch achtsames Genießen. Eine achtsam genossene Mahlzeit hält länger satt. Körper, Geist und Seele genährt. Und es macht gute Laune. Auf diese wertvolle Kombination werden wir in Zukunft kaum wieder verzichten wollen. Wichtig ist dabei, unseren Organismus die Zeit zu geben die er braucht, um die nötigen Verdauungssäfte zu produzieren. Wir sollten hier von unserer feinmotorischen Fähigkeit, dem Kauen Gebrauch machen. Schlingkultur ist fehl am Platz. Zum einen beugt gutes Kauen nicht nur Verdauungsproblemen vor, die Nahrung schmeckt intensiver und wir werden auch schneller satt. Denn Hungergefühl entsteht im Gehirn, und wenn wir lange genug kauen, bekommt unser Körper die Chance zu signalisieren, wann er genug hat. Somit ein idealer Schutz vor Übergewicht.

Apopros kauen: als Franz Kafka sich entschloss nach den Regeln Horace Fletchers (1849 – 1919) zu essen, also die Nahrung vielmals zu kauen, war das für seinen Vater zu viel.  Dieser intensive Kauvorgang bewog den Vater, monatelang seinen Sohn beim Mittagessen nicht anzuschauen. Vielleicht wurde der werte Herr Vater dadurch an unsere Freunde auf der Weide erinnert?

Nun, hier wird in 40-50 Sekunden mit 40-60 mahlenden Kieferbewegungen gekaut und eingespeichelt. Es wird ja zunächst nur grob gekaut, geschluckt und weiter in den Vormagen, den sogenannten Pansen. Hier aufgeschlossen, durchmischt und schon ist ein Teil wieder auf dem Rückweg in die Mundhöhle. Da die Nahrung im Wesentlichen aus Gräsern besteht, mit vielen unverdaulichen Substanzen, ist nachzuvollziehen, dass hier nachgearbeitet werden muss.

Beim Menschen haben wir den Richtwert jeden Bissen etwa 30 Mal durchzukauen, bevor er geschluckt wird. Die positiven Auswirkungen des Kauens wurden bereits erwähnt.

Fleischkonsum

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag der durchschnittliche Verzehr von Fleisch pro Kopf und Jahr in Deutschland bei rund 14 Kilogramm. Heute sind es im Schnitt rund 60 Kilogramm tatsächlich konsumierter Fleischmenge im Jahr !!!  Der Spitzenreiter ist Hongkong mit 153 kg. Australien kommt auf 116 kg. Schlusslichter gemäss UN-Report sind die Inder mit 3,59 kg pro Person, Sri Lanka mit 6,48 Kg.

Solch gigantischer Verzehr bringt nicht nur enorme gesundheitliche Einschnitte, es geht um Entwaldung, Überweidung, Ausstoß von Treibhausgas, d.h es betrifft auch Klima und Umwelt. Alternative Eiweißquellen, eine Reduzierung des Fleischkonsums könnten deutlich zu einer Verbesserung beitragen.

Ich frage mich, was eigentlich all die schlimmen Bilder von Massentierhaltung, Tiertransporten, Schlachthöfen bewirken? Was macht all das Leid dieser Geschöpfe mit uns??? Offensichtlich wenig. Dieses immense Tierleiden, diese Grausamkeit wird einfach ausgeblendet. Wir gucken einfach weg, weshalb? Ist uns bewusst, dass Tiere vor dieser Art von Schlachtung Angst haben? Wir alle kennen doch Gefühl von Angst. Weshalb muten wir diese Gefühle einem wehrlosen Wesen zu?

Jedoch gibt es auch Menschen die hinsehen!  Für immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher ist das Wohl und der Schutz von Nutztieren ein großes Thema. Tiergerechte Haltung, angemessener Umgang und weniger Stress für die Tiere gewinnen an Bedeutung. Dafür ein persönliches Danke schön!

Information dazu auch unter https://www.oekolandbau.de/

Eine von mehreren Organisationen im Bereich Tier- und Umweltschutz ist auch PROVIEH ( www.provieh.de ), für diesen Fachverband sind Tiere Lebewesen und keine Produktionseinheiten. Seit über 40 Jahren wird sich u.a für artgemäße Tierhaltung eingesetzt. Es gibt dazu auch einen informativen Flyer für den Endverbraucher, eine sogenannte Einkaufshilfe – Durchblick bei Öko-Siegeln. Neben Haltungsbedingungen werden auch Eingriffe und Artgerechtigkeit der einzelnen Betriebe aufgezeigt. Falls man sich für ein Ehrenamt interessiert, kann man gerne tätig werden.

Informationen zum Thema Fleischkonsum auch über den jährlich erscheinenden Fleischatlas der Heinrich-Böll Stiftung:  https://www.boell.de/de/fleischatlas

Als ich vor 35 Jahren meinen Ernährungsstil aus gesundheitlichen Gründen veränderte, mich dem Vollwert- Vegetarismus zuwandte, geschah dies zwar aus gesundheitlichen Gründen, jedoch ohne Zwang. Erst wollte ich es „nur“ ausprobieren (meine arme Mama! Sie hat mir dann eben die leckersten vegetarischen Dinge gezaubert). Danke Mama!!

Innerhalb eines Jahres war ich Semi – Vegetarier, d.h ab und dann landete ein Stück Fisch auf meinem Teller. Eigentlich beschränkte sich in den nachfolgenden Jahren mein Fischverzehr fast nur noch auf den Urlaub. Mittlerweile ist meine Ernährung eher vegan(er) geworden mit Mix von vegetarisch. Aus einem ganz einfachen Grund – es schmeckt mir, ich vermisse nichts und ich bin ziemlich fit. Nachdem ich gerne in den Bergen bin, ist dies ja von Vorteil.

Einige namhafte Vertreter des Vegetarismus und deren Zitate:

Der erste prominente Vegetarier war der griechische Philosoph Pythagoras (griechischer Mathematiker und Philosoph, ca. 582-496 v.Chr.):
„Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Mensch wieder zurück.“

Frank Kafka (1883-1924)  Der österreichisch-tschechische Schriftsteller wurde aus gesundheitlichen Gründen Vegetarier. Er wurde von Kopfschmerzen und Nervosität geplagt. Seine vegetarische Diät führte zu einer Verbesserung seines Zustandes. „Nun kann ich euch in Frieden betrachten; ich esse euch nicht mehr“ (beim Betrachten von Fischen in einem Aquarium).

Peter Rosegger (1843-1918, österr. Schriftsteller): „Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du, das Tier hat Freude und Schmerz wie du, das Tier hat einen Hang zum Streben wie du, das Tier hat ein Recht zu leben wie du.“

Mahatma Gandhi (1869-1948, indischer Unabhängigkeitskämpfer, Politiker und Vertreter des gewaltlosen Widerstandes): „Die Erde hat genug für die Bedürfnisse eines jeden Menschen, aber nicht für seine Gier.“

Dalai Lama ( * 1935, Oberhaupt des tibetischen Buddhismus):
„Ich sehe keinen Grund, warum man Tiere schlachten und ihr Fleisch essen soll, da man doch so viel anderes essen kann. Der Mensch braucht kein Fleisch.“

Bryan Adams (* 1959, kanadischer Rock-Sänger):
„Ich bin seit 12 Jahren Vegetarier. Und ich war noch nie ernsthaft krank. Vegetarische Ernährung stärkt das Immunsystem. Ich glaube, dass Fleisch essen krank macht.

Fischverzehr

Die Nachfrage nach Fisch ist groß. Hochsee-Trawler tun ihr Werk und fangen riesige Mengen. Diese massive Überfischung, in Kombination mit Umweltverschmutzung und Klimawandel, bringen die Meeresökosysteme aus dem Gleichgewicht.

Übrigens- das sind unsere Hinterlassenschaften im Meer

Die Überfischung und deren massive Schadstoffbelastung ist ein riesiges Thema. Anhand eines Mahnmals und einer Dokumentation richtet Kapstadt die Aufmerksamkeit auf dieses Thema (Foto von 2019).

Um der Überfischung der Meer Einhalt zu gebieten wird in Aquafarming/kulturen investiert.  Aquakulturen als Alternative in der Fischzucht, sprich Massentierhaltung im Wasser. Diese intensive Haltung, dicht an dicht gedrängt, dadurch enorm gestresst, bewirkt ein schwaches Immunsystem. Die Folge ist ein schlechter  Gesundheitszustand der Fische.

Tierrechtsorganisationen wie die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt beschäftigen sich mit der Thematik und fordern Verbesserungen der Haltungsbedingungen.

Auch der beliebteste Speisefisch in Deutschland, der Lachs, kommt aus Lachsfarmen, auch hier findet Massentierhaltung statt. In den Unterwasserkäfigen werden bis zu 100.000 Lachse gemästet. Das gleiche Spiel, auch hier treten gesundheitliche Schäden auf, abgesehen davon dass sie sich gegenseitig beißen.

Das beste Dasein für die Lachse finden wir in Bio-Aquakulturen, hier ist doppelt so viel Platz vorhanden.

Wie wäre es, wenn wir auf Anbieter in der Nähe zurückgreifen würden? Auf heimische Fischzucht?

Beispiel: es gibt einige biozertifizierte Fischereibetriebe in Bayern. Sie haben den Standard von tiergerechten Haltungsbedingungen und arbeiten ohne Einsatz von Antibiotika und Chemikalien. Ob Saiblings- und Forellenarten oder Karpfen, damit haben wir qualitativ hochwertigen Fisch. Nebenbei sind diese Örtlichkeiten oft in idyllische Umgebung mit wunderschönen Wanderwegen.

Hat man keine Möglichkeit auf einen „direkten“ Zugang, sollte auf zertifizierten Fisch mit Naturland-Siegel oder Bioland-Siegel zurückgegriffen werden.

Hilfreiche Informationen unter www.planet-wissen.de Aquakultur.

Zusammengefasst gehört gutes, gesundes und genussvolles Essen zu den schönsten Dingen des Lebens und ist wichtig für unsere Lebensqualität. Das mag für den ein oder anderen eine Umstellung unserer bisherigen Ernährungsweise bedeuten, aber diese Bewusstheit, diese vielleicht anfängliche Mühe wird sich in einem verbesserten Gesundheitszustand und mehr Lebensenergie zeigen, diverse Wehwehchen verschwinden. Mehr Stärke, Vitalität, mehr Heiterkeit und Zufriedenheit sind willkommene „Nebenwirkungen“. Letztlich zeigen wir auch Achtung und Gefühl gegenüber Lebewesen und Lebensraum.

Es gibt nur die empfindende Welt und die hat Augen überall.                                                                    (Rane Willerslev dänische Anthropologe)

Reguliert die Verwertbarkeit von Nährstoffen und hilft,

die Dinge anzunehmen